Zahnärztliche Chirurgie

Unter dem Begriff der zahnärztlichen Chirurgie versteht man Eingriffe, die über eine gewöhnliche Zahnentfernung hinausgehen beziehungsweise die vorhandenen Verhältnisse im Bereich der Zähne, der Kiefer oder der gesamten Mundhöhle verändern. Diese Behandlungen können im Gegensatz zu Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie von niedergelassenen Zahnärzten ambulant durchgeführt werden.

Zu wesentlichen Leistungen der zahnärztlichen Chirurgie gehören:

1. Wurzelspitzenresektion

Darunter versteht man die Freilegung und Entfernung der im Knochen verankerten Spitzen aller Wurzeln eines Zahnes. Ziel ist die Erhaltung des Zahns als Alternative zu dessen Entfernung. Zu diesem Zweck müssen Entzündungsherde, die vom Zahnnerv ausgehend auch die Knochen des Wurzelbereichs befallen haben, beseitigt werden. Dabei wird nur der unterste Teil der Wurzel, eben deren Spitze, entfernt. Der verbleibende Wurzelrest wird dann mit einer Wurzelfüllung versehen. In bestimmten Fällen muss bei mehrwurzeligen Zähnen die gesamte Wurzel entfernt werden. Die Eingriffe werden normalerweise unter Lokalanästhesie durchgeführt.

Ablauf:
Zunächst wird die entzündete Zahnwurzel mittels Fräsen und Bohrer freigelegt. Dann kann die Wurzelspitze samt Eiterherd und entzündetem Gewebe von der gesunden Wurzel abgetrennt und entfernt werden.
Danach wird eine Wurzelkanalfüllung eingebracht. Die Wunde wird mit Hilfe von chirurgischen Nähten verschlossen. Die Nähte selbst werden nach etwa 7 Tagen entfernt.

2 . Entfernung von retinierten oder verlagerten Zähnen

Retinierter Zahn Als retiniert bezeichnet man solche Zähne, die aus irgendeinem Grund nicht durchgebrochen sind und die sich daher immer noch im Kiefer befinden. Solche Komplikationen treten vor allem bei Weisheits- und Eckzähnen auf. In solchen Fällen besteht Entzündungsgefahr und die anliegenden Zähne können stark geschädigt werden.
Die Behandlung wird unter Lokalanästhesie (Spritze) durchgeführt. Der Kieferknochen wird mittels rotierender Instrumente unter Wasserkühlung freigelegt, um die dort befindlichen Zähne oder Zahnreste (Wurzeln) entfernen zu können. Schließlich wird der Operationsbereich durch Nähte verschlossen, die nach einigen Tagen entfernt werden. In den folgenden Monaten baut sich der betroffene Knochen von selbst auf.